Dass vieles es auf städtischen Bauämtern heute ganz anders abläuft als gängige Klischees vermuten lassen, macht Beier gleich zu Beginn des Gesprächs klar. KI ist heute ein wichtiger Bestandteil des Alltags in den Bauämtern. In Nagold findet die gesamte Befahrung der Straßen mit KI-Unterstützung statt. Diese erfasst während der Fahrt automatisch alle Schäden und kategorisiert diese. Auch Aufträge zur Reparatur können über die Software direkt an den städtischen Bauhof weitergegeben werden.
Doch auch praktische Gründe sprechen dagegen, alle Möglichkeiten der Digitalisierung voll auszunutzen. So hält Rafael Beier zu viel Kontrolle nicht für sinnvoll, auch wenn sie heute dank digitaler Kommunikationskanäle möglich wäre. Stattdessen plädiert er dafür, den Leuten vor Ort Entscheidungsfreiheit zu lassen. Wie er diesen Spagat managt und wie er mit dem knappen Budget für Bauaufgaben zurechtkommt, hat er uns im Interview verraten.
Doch bevor die Stadt ein Bauprojekt umsetzen kann, muss es erst einmal vergeben werden. Für öffentliche Auftraggeber gelten dabei bekanntermaßen besondere Bedingungen. Doch auch hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Die Zeiten, in denen alle Bauunternehmer morgens um 10 auf dem Tiefbauamt zur Angebotsabgabe erschienen, sind längst vorbei. Heute läuft die Vergabe elektronisch.
Aber wo soll eigentlich gebaut werden? In Zeiten klammer Kassen ist das gar keine so leichte Entscheidung. Rafael Beier muss in Nagold mit einem jährlichen Budget von 30 Cent je Quadratmeter Fläche auskommen. Gleichzeitig haben die Einwohner oft den Eindruck, Sanierungen würden viel zu spät erfolgen. Warum das meist nicht stimmt und – wie manche Bürger argwöhnen – ob wirklich die Straßen bevorzugt werden, in denen ein Gemeinderat wohnt, erfahren Sie im Interview (Spoiler: Nein).
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