
Dass der TA-Asphalt nicht mehr aufzuhalten ist, steht außer Frage. Interessant ist jedoch, welche Additive sich schlussendlich durchsetzen werden. Denn dass es nicht beim Nebeneinander von drei verschiedenen Verfahren zur Temperaturabsenkung bei Asphalt bleiben wird, ist für Sebastian Miesem klar.
„Wenn ich innerhalb einer Woche wechselnde Baustellen habe, müsste ich als Einbaumeister sagen: ‘Ach übrigens, Männer, heute bauen wir mit Wachs. Ach übrigens, heute bauen wir mit der oder heute mit der Technologie.’“ Dass das auf die Dauer nicht funktionieren wird, steht für unseren Experten fest.
Bei den viskositätsverändernden Zusätzen handelt es sich hingegen meist um Fischer-Tropsch-Wachse. Diese sind schon länger als Einbauhilfe im Einsatz. Aber: „Wachs hat auf jeden Fall einen Einfluss auf die Performance des Asphaltes“, wie der Experte erklärt. Ob zum Guten oder Schlechten müsse sich jedoch erst noch zeigen.
Neben diesen beiden Verfahren zur Temperaturabsenkung existiert noch die Schaumbitumen-Technologie. Durch die Zugabe einer kleinen Menge Wasser wird das Bitumen unter hohem Druck aufgeschäumt, wodurch das Volumen stark erhöht und die Viskosität gesenkt wird.
In der Asphaltproduktion bedeutet eine Reduktion der Herstellungstemperatur um 30 °C eine Ersparnis von 9 kWh Energie pro produzierter Tonne Asphaltgemisch. So spart temperaturabgesenkter Asphalt nicht nur Produktionskosten, sondern auch viel CO₂. So kann die Asphaltproduktion aktiv zum Klimaschutz beitragen.
Bei der Heißverarbeitung von Bitumen im Straßenbau entstehen zwangsläufig Dämpfe und Aerosole. Diese Emissionen lassen sich jedoch um etwa die Hälfte reduzieren, wenn die Verarbeitungstemperatur des Asphalts um nur 10 °C reduziert wird. Eine niedrigere Asphalttemperatur verbessert somit auch die Arbeitssicherheit.
Doch TA-Asphalt hat noch weitere Vorteile für Straßenbauer und den Bauherrn. Seine geringere Verarbeitungstemperatur verkürzt die Bauzeit und die viskositätsreduzierenden Zusätze erhöhen die Belastbarkeit gegen hitzebedingte Verformungen, außerdem reduzieren sie die Alterung des Bindemittels.
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